Weltgebetstag 2018

Weltgebetstag 2018 mit der Liturgie aus Surinam
Die Kirchengemeinden Gesees, Haag und Hummeltal richten gemeinsam am 2. März um 19:30 Uhr in
der Kirche St. Katharina in Haag den Weltgebetstag aus. Frauen und Männer, Kinder und Jugendliche,
alle sind herzlich eingeladen!
Das WGT-Team beginnt am 1. Feb. um 19:30 Uhr im Gemeindehaus in Haag mit den Vorbereitungen.
Wenn Sie Interesse haben im WGT-Team mitzuwirken, dann wenden Sie sich an Susanne Maul,
Tel. 09279 9776544.

Gottes Schöfpung ist sehr gut
Surinam, wo liegt das denn? Das kleinste Land Südamerikas ist so selten in den Schlagzeilen, dass viele
Menschen nicht einmal wissen, auf welchem Kontinent es sich befindet. Doch es lohnt sich, Surinam zu
entdecken: Auf einer Fläche weniger als halb so groß wie Deutschland vereint das Land afrikanische und
niederländische, kreolische und indische, chinesische und javanische Einflüsse. Der Weltgebetstag am
2. März 2018 bietet Gelegenheit, Surinam und seine Bevölkerung näher kennenzulernen.
„Gottes Schöpfung ist sehr gut!“ heißt die Liturgie surinamischer Christinnen, zu der Frauen in über
100 Ländern weltweit Gottesdienste vorbereiten. Frauen und Männer, Kinder und Jugendliche – alle sind
herzlich eingeladen!

Surinam liegt im Nordosten Südamerikas, zwischen Guyana, Brasilien und Französisch-Guyana. Dank
seines subtropischen Klimas ist eine vielfältige Flora und Fauna entstanden mit üppigen Riesenfarnen,
farbenprächtigen Orchideen und über 1.000 verschiedenen Arten von Bäumen. Rund 90 Prozent Surinams
bestehen aus tiefem, teils noch vollkommen unberührtem Regenwald. Ameisenbären, Jaguare, Papageien
und Riesenschlangen haben hier ein Zuhause gefunden. Surinams Küsten eignen sich zwar nicht als Bade-
strände, dafür legen an den unberührten Stränden des Galibi-Naturreservats riesige Meeresschildkröten
ihre Eier ab.

Mit seinen rund 540.000 Einwohner*innen ist Surinam ein wahrer ethnischer, religiöser und kultureller
Schmelztiegel. Der Großteil der Bevölkerung lebt in Küstennähe, die meisten von ihnen in der Hauptstadt
Paramaribo. In dieser als UNESCO-Weltkulturerbe geschützten Stadt steht die Synagoge neben einer
Moschee; christliche Kirchen und ein Hindutempel sind nur wenige Häuserblocks entfernt. Die Wurzeln für
Surinams vielfältige Bevölkerung liegen in der bewegten Vergangenheit des Landes. Im 17. Jahrhundert
brachten erst die Briten, dann die Niederländer Surinam unter ihre Herrschaft. Auf den Plantagen der
Kolonialherren schufteten die indigene Bevölkerung und bald auch aus Westafrika verschleppte Frauen und
Männer. Ihre Nachkommen stellen heute mit den Maroons und Kreolen die größten Bevölkerungsgruppen.
Nach dem Ende der Sklaverei 1863 warben die Niederländer Menschen aus Indien, China und Java als Ver-
tragsarbeiter an. Neben europäischen Einwanderern zog es Menschen aus dem Nahen Osten und den süd-
amerikanischen Nachbarländern nach Surinam.

Diese Vielfalt Surinams findet sich auch im Gottesdienst zum Weltgebetstag 2018: Frauen unterschiedlicher
Ethnien erzählen aus ihrem Alltag. In Surinam, wohin Missionare einst den christlichen Glauben brachten,
ist heute fast die Hälfte der Bevölkerung christlich. Neben der römisch-katholischen Kirche spielen vor allem
die Herrnhuter Brudergemeine eine bedeutende Rolle. An der Liturgie zum Weltgebetstag haben Vertreter-
innen aus fünf christlichen Konfessionen mitgewirkt.

Doch das traditionell harmonische Zusammenleben in Surinam ist zunehmend gefährdet. Die Wirtschaft des
Landes ist extrem abhängig vom Export der Rohstoffe Gold und Öl und war es bis 2015 auch vom Bauxit.
Schwanken die Preise auf dem Weltmarkt, so trifft dies den surinamischen Haushalt empfindlich. Das einst
gut ausgebaute Sozialsystem ist mittlerweile kaum noch finanzierbar. Während der massive Rohstoffabbau
die einzigartige Natur Surinams zerstört, fehlt es in Politik und Gesellschaft des erst 1975 unabhängig
gewordenen Landes an nachhaltigen Ideen für Alternativen. Dass das Gleichgewicht in Surinams Gesellschaft
aus den Fugen gerät, wird besonders für Frauen und Mädchen zum Problem. In den Familien nimmt Gewalt
gegen Frauen und Kinder zu. Vermehrt brechen schwangere Teenager die Schule ab. Frauen prostituieren
sich aus finanzieller Not.

Mit Kollekten und Spenden zum Weltgebetstag 2018 fördert das deutsche Weltgebetstagskomitee das
Engagement seiner weltweiten Projektpartnerinnen. Darunter ist auch die Frauenarbeit der Herrnhuter Brüder-
gemeinde in Surinam. Sie bietet qualifizierte Weiterbildungen für Jugendleiterinnen an, die jungen Frauen in
Schwierigkeiten zur Seite stehen.


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