Brot für die Welt

60. Aktion

Seit 60 Jahren kämpft Brot für die Welt für die Überwindung von Hunger, Armut und
Ungerechtigkeit. In dieser Zeit wurde Beachtliches erreicht: Gemeinsam mit Partnerorganisationen
weltweit und getragen von so Vielen in evangelischen und freikirchlichen
Gemeinden in Deutschland konnten wir Millionen Menschen dabei unterstützen, ihr
Leben aus eigener Kraft zu verbessern. Dabei zählt für Brot für die Welt jede und jeder
Einzelne und die Verheißung, dass alle „das Leben und volle Genüge“ haben sollen
(Johannes 10.10).
Es bleibt aber noch viel zu tun: Jeder neunte Mensch hungert und hat kein sauberes
Trinkwasser. Millionen leben in Armut, werden verfolgt, gedemütigt oder ausgegrenzt.
Die einen bauen ihren Wohlstand auf Kosten anderer aus. Das soll und muss nicht sein!
Es ist genug für alle da, wenn wir gerecht teilen. In einer Welt, deren Reichtum wächst,
darf niemand zurückgelassen werden.
Alle Menschen sind gleich an Rechten geboren. Jeder Mensch hat ein Recht auf gleiche
Lebenschancen egal wo er oder sie lebt. Unsere Partnerorganisationen tragen seit
Jahrzehnten in tausenden Projekten dazu bei. Sie fördern Bildung und Gesundheit, den
Zugang zu Wasser, Land und Nahrung. Sie kämpfen mit uns gemeinsam für soziale
Gerechtigkeit, die Rechte der Schwachen und die Bewahrung der Schöpfung. Sie schaff en
Hoff nung, die Zukunft schenkt. Hoff nung, die Frauen, Männer und Kinder stark macht,
Pläne zu schmieden und zu verwirklichen. Hoff nung auf Gerechtigkeit.
„Hunger nach Gerechtigkeit“ lautet das Motto der 60. Aktion Brot für die Welt. Auch
nach sechzig Jahren ist dieser Hunger nicht gestillt. Das gemeinsam Erreichte macht Mut
und lässt uns weiter gehen auf dem Weg der Gerechtigkeit. Unterstützen Sie uns dabei,
unterstützen Sie die Aktion Brot für die Welt mit Ihrer Spende und Ihrem Gebet! Tragen
Sie dazu bei, den Hunger nach Gerechtigkeit zu stillen. „Selig sind, die da hungert und
dürstet nach der Gerechtigkeit; denn sie sollen satt werden.“ (Matthäus 5.6)

Unterstützen Sie die Aktionen mit Ihrer Spende und Ihrem Gebet!

Brot für die Welt
Evangelische Bank
IBAN
DE10 1006 1006 0500 5005 00
BIC GENODED1KDB


Als weltweit tätiges Entwicklungswerk der evangelischen Kirchen in Deutschland sind wir in mehr als 90 Ländern rund um den Globus aktiv. Gemeinsam mit lokalen Partnern helfen wir armen und ausgegrenzten Menschen, aus eigener Kraft ihre Lebenssituation zu verbessern.

Was wir tun
Ein zentraler Schwerpunkt unserer Arbeit ist die Ernährungssicherung. Denn in Zeiten des Klimawandels und knapper werdender Ressourcen wird der Kampf gegen Hunger und Mangelernährung immer wichtiger. Brot für die Welt unterstützt die arme und ländliche Bevölkerung darin, mit umweltfreundlichen und standortgerechten Methoden gute Erträge zu erzielen. Daneben setzen wir uns auch für die Förderung von Bildung und Gesundheit, den Zugang zu Wasser, die Stärkung der Demokratie, die Achtung der Menschenrechte, die Sicherung des Friedens sowie die Bewahrung der Schöpfung ein. Denn Brot bedeutet für uns mehr als Nahrung - wir verstehen darunter alles, was der Mensch zum Leben braucht.

Was uns leitet
Unsere Arbeit wurzelt in dem Glauben, der die Welt als Gottes Schöpfung bezeugt, in der Liebe, die gerade in dem entrechteten und armen Nächsten ihrem Herrn begegnet, und in der Hoffnung, die in der Erwartung einer gerechten Welt nach Gottes Willen handelt. Brot für die Welt versteht sich als Teil der weltweiten Christenheit. Wir suchen die Zusammenarbeit mit Kirchen und kirchlichen Hilfswerken in aller Welt und nehmen unsere Verantwortung in ökumenischen Netzwerken wahr.

Projekte
Mit Büchern und besseren Ernten gegen Kinderarbeit

In Sierra Leone ist die Armut so groß, dass Kinder oft zum Lebensunterhalt beitragen müssen. Kinderarbeit ist an der Tagesordnung. Ein Projekt ermöglicht Jungen und Mädchen, in die Schule zu gehen und hilft den Eltern, ihr Einkommen zu erhöhen.

„Früher gab es zu Hause nie genug zu essen. Deshalb mussten wir Kinder mithelfen, Geld zu verdienen“, erzählt Aruna. Der 19-Jährige ist ein Waisenkind, seine Eltern kamen während des verheerenden Bürgerkriegs ums Leben, der zwischen 1991 und 2002 in dem westafrikanischen Land wütete. Aruna wuchs deshalb bei Kleinbauer Ali Sesay und seiner Frau Ramatu auf. Die beiden haben insgesamt elf Kinder. Alle mussten mit anpacken, um das Überleben der Familie zu sichern.

„Wer ständig fehlt, verliert den Anschluss“: Aruna zum Beispiel half den Nachbarn, ihre Ernte zum Markt zu tragen, packte Holzkohle in Säcke und verkaufte Papayas an der Landstraße. Deswegen konnte er als kleiner Junge nur selten in die Schule gehen. „Wer ständig fehlt, verliert im Unterricht schnell den Anschluss“, sagt Aruna. Der 19-Jährige hat miterlebt, was dann passiert: „Viele Schüler haben keine Lust mehr und bleiben irgendwann ganz weg.“ Dieses Schicksal hätte auch ihm blühen können. Doch er war fleißig – und hatte Glück.

„Wenn alle an einem Strang ziehen, lässt sich die Armut überwinden“
Sierra Leone ist eines der ärmsten Länder der Welt. Kinderarbeit ist weit verbreitet: Nur etwa die Hälfte aller Mädchen und Jungen geht zur Schule. Vidal Roberts, Direktor der Siera Grass-roots Agency, kämpft gegen die Armut mit einem ganzheitlichen Projekt: Nicht nur den Heranwachsenden wird geholfen, sondern auch deren Eltern.
Weshalb arbeiten in Sierra Leone so viele Kinder? Die Familien würden ihre Kinder gerne in die Schule schicken. Aber sie sind einfach zu arm. Bei vielen reicht das Geld nicht einmal für drei Mahlzeiten am Tag. Deswegen müssen die Kinder ran: Sie helfen auf dem Feld, verkaufen auf dem Markt, sammeln für andere Leute Feuerholz. Mädchen haben es besonders schwer: Viele werden schon im Alter von elf, zwölf Jahren zu Verwandten in die Hauptstadt Freetown geschickt und müssen dort als Haushaltshilfen ackern.
Wo haben es die Familien besonders schwer? Wir konzentrieren uns auf das Yoni Chiefdom. Das ist eine Gegend im Zentrum von Sierra Leone, der vermutlich ärmste Distrikt des Landes. In den Dörfern können 80 Prozent der Menschen nicht lesen und schreiben. Über 50 Prozent der Erwachsenen hat niemals den Unterricht besucht. Wenn wir nichts tun, wird das auch so bleiben: Immer noch geht die Hälfte aller Heranwachsenden zwischen sechs und 18 Jahren nicht regelmäßig zur Schule.
Wie wollen Sie den Teufelskreis durchbrechen? Indem wir nicht nur einzelnen Menschen punktuell helfen, sondern der ganzen Dorfgemeinschaft. Wir sind vor Ort sehr respektiert, weil wir keine falschen Versprechungen machen. Die Leute wissen, dass wir uns nur dann langfristig engagieren, wenn sie bei dem Projekt mitziehen. Ein Beispiel: Wenn ein neues Klassenzimmer nötig ist, kaufen wir den Zement, doch das Dorf bringt die Steine und den Sand. Das spart nicht nur Geld, sondern schweißt auch alle zusammen.
Wie schaffen Sie es, dass die Kinder auch in die Schule gehen? Viele machen das ja schon, aber eben leider nicht alle. Wir wählen deshalb die ärmsten Kinder des Dorfes aus. Sie bekommen von uns ein Paket. Da ist alles drin, was sie für den Unterricht brauchen: Uniformen, Bücher, Hefte und Stifte. Das sorgt für einen Motivationsschub: Die Mädchen und Jungen sind stolz und wollen wirklich in die Schule gehen, und zwar jeden Tag!
Zahlen Sie dann jahrelang weiter? Nein. Wir vermitteln den Eltern, dass ihre Kinder ein Recht auf Bildung haben. Das gilt auch in Sierra Leone! Welche Erwachsenen auch immer sich also um die Kinder kümmern (Waisen leben ja oft bei den Großeltern): Sie sind dafür verantwortlich, dass die Kinder zur Schule gehen. Unsere Mitarbeiter sprechen mit den Lehrern. Wir bekommen mit, wenn es ein Problem gibt.

Will den Teufelskreis der Armut durchbrechen Vidal Roberts, Direktor der Siera Grassroots Agency.

Was aber, wenn die Eltern kein Geld haben? Das ist die zweite Komponente des Projekts. Wir unterstützen sie beim Kauf von Hühnern oder Ziegen, denn mit der Kleintierzucht kann man bei uns gutes Geld verdienen. Oder sie bekommen einen Zuschuss, um sich ein Geschäft aufbauen zu können: Manche Frauen handeln mit Fisch, andere verkaufen Gemüse. Auch wenn der Profit klein ist, macht er oft einen großen Unterschied. Außerdem haben wir einen Spezialisten für Reis- und Maniokanbau vor Ort. Das ganze Dorf bekommt Arbeitsgeräte und Saatgut, vor allem aber ein intensives Training. Wie muss man sich das vorstellen? Wir zeigen, dass sich Reis auch in sumpfigen Ebenen anbauen lässt. Wenn man es richtig macht, sind die Erträge enorm. Es gibt auch eine Modellfarm: Dort erproben wir den effizienteren Anbau von Maniok. Die Wurzel ist bei uns zwar nicht sehr beliebt, dafür aber an der Küste heiß begehrt. Wir werden bald eine Mühle anschaffen, um Maniokmehl in großem Stil verkaufen zu können.

Was ist die größte Herausforderung? Erinnern Sie sich an Ebola? Wahrscheinlich haben es viele Menschen in Europa schon vergessen, dass wir vor einiger Zeit diese tödliche Seuche im Land hatten. Tausende Menschen sind gestorben. Doch die Epidemie hat auch viele Erfolge zunichte gemacht. Ein ganzes Jahr lang waren die Schulen geschlossen: Viele Kinder sind danach nicht wieder zurückgekommen. Und die Bauern durften die Dörfer nicht mehr verlassen. In ihrer Not haben sie die Samen aufgegessen, die sie eigentlich ausbringen wollten. Dann konnten sie nicht mal mehr ihre Felder bestellen, weil das Saatgut fehlt. Die Armen sind also noch ärmer geworden.

Trotz dieser Schwierigkeiten ist das Projekt ein Erfolg. Weil wir nicht aufgeben. Wir waren vor Ebola hier, waren während Ebola hier, und sind nach Ebola immer noch hier. Unser wichtigstes Ziel ist, dass die Kinder ihren Grundschulabschluss machen – damit haben sie dann eine echte Chance auf ein besseres, selbstbestimmtes Leben. Das klappt: 90 Prozent aller Mädchen und Jungen, die wir unterstützen, halten bis zum Ende der sechsten Klasse durch. Manche besuchen nun sogar weiterführende Schulen. Für alle anderen haben wir ein Ausbildungszentrum aufgebaut. Die Absolventen finden schnell einen Job. Viele eröffnen sogar ihr eigenes Geschäft, ob als Schneiderin oder als Schlosser.

Was verändert sich in den Dörfern? Zum einen das Bewusstsein, wie wichtig es ist, dass die Kinder zur Schule gehen. Aber man sieht auch ganz konkret, dass es den Menschen jetzt besser geht, weil sie neue Anbaumethoden anwenden und besseres Saatgut benutzen. So viel Reis und Maniok, wie die Bauern jetzt ernten, hatten sie früher nie. Wer sein neu erworbenes Wissen auf dem Feld nutzt, muss nicht mehr Hunger leiden. Das zeigt: Wenn alle an einem Strang ziehen, kann man die Armut überwinden.

Unterstützen Sie die Aktionen mit Ihrer Spende und Ihrem Gebet!
Tragen auch Sie dazu bei, armen Familien zu ihrem täglich’ Wasser neben dem Brot zu verhelfen!

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