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Rückblick zur Gemeindefahrt nach Erfurt

Nach einer kurzweiligen Anfahrt, auf der uns Pfr. Thomas Schikor mit reichen Informationen zur Refomation versorgte,
erreichten wir die erste Anlaufstelle unseres Gemeindeausfluges, das Augustinerkloster. Es ist ein einmaliges Denkmal
mittelalterlicher Ordensbaukunst gemäß den strengen Bauregeln des Bettelmönchordens. Im Zeitraum 1276 bis 1335
entstand das Hauptgebäude; mit der Fertigstellung der Waidhäuser und der Bibliothek ereichte das Kloster 1516 seine
größte Ausdehnung. Das Leben im Kloster war sehr karg, denn die Augustiner-Eremiten nahmen ihr Mönchdasein
sehr ernst. Der Tagesablauf war gefüllt mit Stundengebeten, Messe und geistlichen Lesungen. Erst zur Mittagszeit
gab es eine erste Mahlzeit. Den gemeinsamen Schlafraum der Mönche (Dormitorium) säumten die Zellen, die in den
nicht reglementierten Zeiten der persönlichen Zwiesprache mit Gott und der wissenschaftlichen Arbeit dienten. Der
Kreuzgang als Ort der Ruhe und inneren Einkehr, die Bibliothek und der Kapitelsaal als Versammlungsort und Gebets-
raum ergänzten die Räumlichkeiten.
Beim Betreten der schlichten und dennoch imposanten Klosterkirche bilden die mit verschiedensten biblischen Motiven
verzierten Fenster den Blickfang. Vor dem Altar befindet sich der Grabstein des 1428 beigesetzten Johannes Zacharias,
dessen Disputation auf dem Konstanzer Konzil zur Verurteilung von Jan Hus beigetragen hatte. Im Jahre 1525 wurde
die Klosterkirche evangelische Pfarrkirche. Nach der Säkularisation 1559 diente das Kloster als evangelisches Rats-
gymnasium, im 30-jährigen Krieg als Waisenhaus und später als Kinderheim und Armenschule.
Das Kloster gehört heute aufgrund seiner Faszination zu den meist besuchten Gedenkstätten. Seit 1980 betreibt die
evangelische Kirche im Klosterkomplex eine Begegnungs- und Tagesstätte.

Nach einer Stärkung in der Gaststätte Christoffel mit seinem mittelalterlichen Ambiente begleitete uns fachkundiges
Führungspersonal durch den von historischen Bauwerken des Mittelalters geprägten Stadtkern. Sehenswerte und
interessante Anlaufstationen bildeten die Alte Universität, die Michaeliskirche, die Alte Synagoge, die Waagegasse,
die Krämerbrücke, das Haus zum Sonneborn und der Waidspeicher. Mit dem aus dem Waid gewonnenen Farbstoff
erlangte die Region im Mittelalter großen Reichtum. Die Führung endete am Domplatz mit dem mächtigen Dom
St. Marien und der Pfarrkirche St. Severi. Mit einer Einkehr in Rödental bei Coburg nahm der Ausflug einen
gemütlichen Ausklang.